So, 13.11.: „Klänge des Verschweigens“ – Film

Was: „“Klänge des Verschweigens“ – Film

Wann : So, 13.11.16, 10:30 Uhr

Wo: CityDome Rosenheim

Veranstalter: Gesicht zeigen – Rosenheimer Bündnis gegen rechts

„Klänge des Verschweigens“ – Film-Veranstaltung des Vereins „Gesicht zeigen – Rosenheimer Bündnis gegen rechts“ zur diesjährigen Erinnerung an die Reichspogromnacht. Willi Heckmann, geboren 1897, gestorben 1995, war ein ausgebildeter Sänger und Pianist, spielte auch Akkordeon und trat vor 1933 als Unterhaltungsmusiker in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Während der Nazizeit wurde er ab 1937 als Homosexueller für acht Jahre in die KZ’s Dachau und Mauthausen deportiert. Als bekannter und hochbegabter Musiker war er dort leitender Mitwirkender des Gefangenenorchesters und begleitete Totgeweihte auf ihrem letzten Weg zur Hinrichtung. Die Musik hat ihn in dieser schrecklichen Zeit wohl buchstäblich am Leben erhalten. Nach dem Krieg setzte er seine Musiker-Karriere fort. In der Familie schwieg man auch nach dem Krieg über die KZ-Zeit des „schwarzen Schafs“ Willi Heckmann ebenso wie über die Gründe für seine Deportation. Der Schwulen-Paragraph 175, welcher in letzter Konsequenz erst in den 90er-Jahren des letzten Jahrtausends abgeschafft wurde, wirkte noch lange in das Denken der Bundesbürger hinein. Erst die langwierigen Recherchen seines Neffen Klaus Stanjek förderten gegen große Widerstände die Geschichte seines „Geheimnisonkels“ zutage. In dem Film „Klänge des Verschweigens“ dokumentiert er als Regisseur das Leben dieses Onkels, aber auch das Schweigen über sein Schicksal nach dem Krieg. Stanjek selbst bezeichnet seinen Film als „detektivischen Musikfilm“. Prominente Sprecher wie Hannelore Hoger und Ulrich Noethen lassen die Erinnerungen z.B. durch Auszüge aus Gerichtsakten lebendig werden. Die Deutsche Film- und Medienbewertung hat dem Werk das Prädikat „Besonders wertvoll“ verliehen. Es ist ein wichtiger Film gegen das Vergessen der Verbrechen an Menschen, die nicht der Norm entsprachen. Der Film wird am 13.11.2016 um 10:30 Uhr im CityDome als Matinee-Veranstaltung gezeigt. Der Regisseur wird nach der Aufführung für eine Diskussion zur Verfügung stehen. Der Film ist inzwischen im Vorverkauf. Reservierungen können allerdings erst in der Woche vor der Aufführung entgegengenommen werden.

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